Die „Locherguet-Jungs“

Locherguet

Die «Locherguet-Jungs», eine Gruppe Jugendlicher aus der Unterschicht, macht seit Wochen mit Gürtelschnallen und Stangen Jagd auf GC-Fans. Bisher konnte sie niemand stoppen.

Sie nennen sich «Alphatier one» und «Mörder im Revier». Sie bezeichnen sich als pervers und als Psychopathen und singen vom Strassenkampf im Kreis 4. «Ich bin vollgepumpt mit Hass», heisst es in einem Rap. Zumindest Letzteres ist ernst gemeint.

Was die Hiphop-Bands «gsezhlos» und «ZH Nachwuchs feat» besingen, setzt ein Teil ihrer Mitglieder und Anhänger als Locherguet-Jungs in die Tat um. Gemäss Polizeiangaben besteht die Gruppe aus rund einem Dutzend Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Einige wohnen im Lochergut-Quartier, andere sonst wo in der Stadt. Die meisten sind der Polizei namentlich bekannt, aber die wenigsten bisher in flagranti erwischt worden.

Seit Beginn dieser Fussballsaison stehen sie in der Südkurve des FC Zürich, wo seit je eine innige Abneigung gegen den Grasshopper-Club gepflegt und in der Regel verbal geäussert wird. Doch die Locherguet-Jungs gehen einen Schritt weiter und lassen die Fäuste sprechen. «Manche GC-Fans getrauen sich nicht mehr an die Spiele», sagt ein GC-Anhänger.

Prügel, Raub und Erniedrigung

Die Übergriffe passieren nicht nur an Derbys. Trägt der Grasshopper-Club ein Heimspiel aus, müssen seine Anhänger damit rechnen, an der Haltestelle Lochergut aus dem Tram gezerrt, verprügelt und ausgeraubt zu werden. Einen 12-Jährigen nötigten die Locherguet-Jungs, die Schuhe auszuziehen und bei bitterer Kälte barfuss in den Letzigrund zu laufen.

Am vorletzten Sonntag überfielen sie, vermummt und mit Stangen und Gürtelschnallen bewaffnet, nach der Rückreise vom Cupspiel des FCZ in Wil fünf GC-Fans, die im Restaurant Federal im Hauptbahnhof ihr Bier tranken. Gemäss einem Augenzeugen schlugen sie einem GC-Anhänger einen Stuhl auf den Kopf, worauf dieser ins Spital eingeliefert wurde. Der Kantonspolizei gelang es, einen Randalierer festzunehmen.

Feindbild GC

Immer wenn sich die Wege von FCZ- und GC-Fans kreuzen, müssen die Anhänger der Grasshoppers gewärtigen, «drunterzukommen», wie es im Jargon heisst. Die Locherguet-Jungs nehmen dabei keine Rücksicht darauf, ob es sich bei den GC-Fans um Gruppierungen handelt, die selber Prügeleien nicht abgeneigt sind, oder ob sie Familienväter und Kinder sind. Allein die Tatsache, dass jemand einen GC-Schal oder eine GC-Mütze trägt, genügt den Locherguet-Jungs als Feindbild, um gegen ihn vorzugehen. Manchmal reisen sie den Hoppers auch hinterher: Beim Cupspiel in Wohlen musste die Polizei einschreiten, um Übergriffe seitens der Locherguet-Jungs zu verhindern.

«Diese Jugendlichen haben kein Problem, Gewalt anzuwenden, weil sie keine Empathie für andere empfinden», sagt der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl. Der Fussball und die gegnerischen Fans seien lediglich ein Vorwand, um sich zu prügeln, weil sie in diesem Umfeld leicht «Feinde» finden.

Laut Guggenbühl sind die meisten Jugendlichen in der Lage, zwischen Virtualität und Realität zu unterscheiden. Sie provozieren beispielsweise mit sexistischen Inszenierungen, weil sie so ein gesellschaftliches Tabu brechen können, lassen es dabei aber bewenden. Irritierend im Falle der Locherguet-Jungs sei hingegen, dass sie zur Tat schreiten: «Sie wollen ihr jämmerliches Dasein mit einem Ghettomythos aufwerten», sagt Guggenbühl.

Tatsächlich legt der soziale Hintergrund der Locherguet-Jungs den Schluss nahe, hier verschaffe sich die Unterschicht auf eine destruktive Art Aufmerksamkeit: Einige der Locherguet-Jungs haben keinen Schulabschluss, andere finden keine Lehrstelle und sind arbeitslos, andere wiederum verrichten unqualifizierte und schlecht bezahlte Jobs. Bei einzelnen sassen schon die Eltern im Gefängnis. Die meisten stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Wie aus dem Nichts aufgetaucht

Die Gespräche zwischen führenden Köpfen der Südkurve und den Locherguet-Jungs blieben bisher wirkungslos. Der Südkurve ist es nicht gelungen, mässigend auf die Gruppierung einzuwirken, die im Sommer wie aus dem Nichts aufgetaucht war, und diese zu integrieren.

Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass die Locherguet-Jungs auch auf Sympathisanten in der Südkurve treffen. Im FCZ-Forum wurden jedenfalls Beiträge, welche die Übergriffe auf GC-Fans offen zur Sprache brachten und kritisierten, gelöscht. Zudem hielten im letzten Derby einige FCZ-Fans ein Transparent in die Höhe, worauf GC-Anhänger unmissverständlich zu einer Schlägerei nach dem Spiel aufgefordert wurden.

Laut Augenzeugen machen auch einzelne ehemalige Mitglieder der aufgelösten Gruppierung Anthrax, die im Rahmen einer Fehde vor einem Jahr einen GC-Fan im aargauischen Suhr entführten, gemeinsame Sache mit den Locherguet-Jungs: Nach dem letzten Derby griff ein Mob von schätzungsweise 30 bis 50 teilweise vermummten FCZ-Fans zwischen dem Central und dem Hauptbahnhof GC-Anhänger an, unter ihnen Ultras, aber auch Familienväter und Jugendliche. Der Mob stahl Schals, rempelte die GC-Fans an oder schlug sie.

Dieser Artikel basiert auf Quellen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. (Tages-Anzeiger)


4 Antworten auf “Die „Locherguet-Jungs“”


  1. 1 banlieue 18. Dezember 2008 um 12:53 Uhr
  2. 2 Deno K4 LG nd Hardau 22. Dezember 2009 um 5:33 Uhr

    Ficket eu alli man

  3. 3 Anja 10. März 2010 um 13:52 Uhr

    klar sind’s shlimm abr vilicht hend’s auh ihrii grüünd das denne paaar uf d pfrässii gäbet
    es gihd gnueg shlimm was die hend müsse erlääbe..¨! es sind hald L.G.J.

  4. 4 bwb 25. Juli 2011 um 14:10 Uhr

    läck send er armi gstallte..i hoffe ihr verecked i euchem scheiss locherguet!!!

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