Brennende Vorstädte in Dänemark

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Seit nun bereits vier Nächten kommt es in Dänemark zu Ausschreitungen zwischen jugendlichen MigrantInnen und der Polizei, die von den Medien grössteteils totgeschwiegen werden. Letzte Nacht erreichten die Unruhen einen neuen Höhepunkt und breiteten sich auf mehrere Vorstädte aus.

Ähnlich den Banlieue-Krawalle in Frankreich ziehen mobile Guerilliagruppen durch die Strassen und zünden Autos an. Die Anrückende Feuerwehr wird attackiert. Bürgerliche Medien berichten, dass die erneuten Mohammed-Karrikaturen in dänischen Zeitungen der Auslöser seien. Allerdings begannen die Krawalle bereits vor der Publikation der Karrikaturen. Die Jugendlichen nennen die diskriminierende Polizeirepression als Grund.

Pressebericht:
Vierte Nacht mit brennenden Autos und Müllcontainern
Behörden untersuchen genau Gründe für die krawallartigen Aktionen – Unruhen breiteten sich von Kopenhagen auf andere Städte aus
Stockholm – Bereits zum vierten Mal in Folge sind vergangene Nacht in Kopenhagen Autos und Müllcontainer angezündet worden. Die von Jugendlichen begangenen Vandalenakte breiteten sich in der Nacht auf Donnerstag vom Stadtteil Nörrebro auch auf andere Bezirke Kopenhagens sowie weitere Städte aus. In Aarhus und in Kalundborg wurden am Mittwochabend ein Autobus sowie Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr mit Steinen beworfen.

17 Festnahmen

Die Polizei nahm allein in Kopenhagen vergangene Nacht 17 Personen fest. Für fünf von ihnen wurde ein Haftantrag gestellt. Der Sprecher der Kopenhagener Polizei, Flemming Munch, sagte der APA, die Festgenommenen seien Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahre. Die genauen Gründe der krawallartigen Aktionen würden derzeit untersucht, es dürfte aber einen „ethnischen Hintergrund“ geben.

Die Einsatzleitung hatte davor erklärt, die Brand-Aktionen seien von kleinen Gruppen ausgeführt worden, die schnell zuschlügen und oft schon verschwunden seien, bevor die Polizei an Ort und Stelle sein könne. Insgesamt zählte die Polizei vergangene Nacht in Kopenhagen 14 angezündete Autos, 20 angezündete Müllcontainer sowie rund ein Dutzend weiterer Sachbeschädigungen wie eingeschlagene Scheiben. (APA)


6 Antworten auf “Brennende Vorstädte in Dänemark”


  1. 1 lascar 15. Februar 2008 um 12:55 Uhr

    Erneute Unruhen – Jetzt brennen auch Häuser

    15. Februar 2008, Update 12:19
    Brandstiftungen in Dänemark

    In mehreren dänischen Städten haben randalierende Jugendliche Autos, Container sowie in einem Kopenhagener Vorort auch eine Schule in Brand gesteckt. Neun Personen wurden festgenommen.
    Auch die Schule in Vaerloese wurde in Brand gesteckt.
    [dänemark]
    Keystone Auch die Schule in Vaerloese wurde in Brand gesteckt.

    Laut einem Polizeisprecher zündeten randalierende Jugendliche in der Nacht auf heute in mehreren Städten Mülleimer und Autos an und warfen Steine auf Polizeibeamte. In der Hauptstadt Kopenhagen wurden neun Personen festgenommen.

    Die Feuerwehr wurde zu Dutzenden Einsätzen gerufen. In Kokkedal nördlich von Kopenhagen standen etwa zehn Autos in Flammen. In Bagsvaerd westlich der Hauptstadt wurde eine Schule bei einem Brand teilweise zerstört. Die Polizei ging von Brandstiftung aus. In einigen Fällen wurde die Feuerwehr nach eigenen Angaben von Steine werfenden Jugendlichen an der Arbeit gehindert. Krawalle wurden auch aus den Städten Aarhus, Ringsted und Slagelse gemeldet.

    Was die Unruhen auslöste, war noch immer unklar. Beobachtern zufolge reagierten jugendliche Einwanderer auf als repressiv wahrgenommene Kontrollen der Polizei. Angefacht wurden die Ausschreitungen offenbar durch den erneuten Abdruck der umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed.

    (sam/sda)

  2. 2 Mo 17. Februar 2008 um 14:05 Uhr
  3. 3 banlieue 18. Februar 2008 um 22:27 Uhr

    Eine Revolte von Secondos in Dänemark

    – Von Bruno Kaufmann

    Seit über einer Woche werden in Dänemark nachts Autos und Schulen angezündet. Es geht vordergründig um die Mohammed-Karikaturen, hintergründig um fehlgeschlagene Politik.

    In der Nacht auf Montag verstärken Behörden, Schulleitungen und Elternvereinigungen die Bewachung von Schulgebäuden im ganzen Land. Dies nachdem jugendliche Brandstifter in den vergangenen sieben Tagen mehrere Dutzend Schulen in den Ballungsgebieten der Hauptstadt Kopenhagen und Århus auf Jütland angegriffen hatten. Zahlreiche Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Mehrere Hundert Autos wurden angezündet.

    Die Polizei hat am Wochenende über 60 mutmassliche jugendliche Brandstifter festgenommen, fast alle sind Einwanderer der zweiten Generation. Ihr Vorgehen ähnelt stark den Vorstadtkrawallen der letzten Jahre rund um Paris. Wie in Frankreich, so haben sich auch in Skandinavien in vielen Vorstädten eigentliche Ausländergettos gebildet. Eine Kombination aus Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit und fehlender Elternverantwortung hat zu einem explosiven Mix beigetragen.
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    Aktueller Auslöser der Krawalle waren die von der rechtsbürgerlichen Regierung Anfang Jahr beschlossenen Kontrollzonen in Kopenhagen und anderen grösseren Städten: Hier können die Behörden ohne Begründung Leibesvisitationen vornehmen. Kontrolliert wurden meist Jugendliche mit ausländischem Aussehen. Weiter angeheizt wurde die Stimmung Mitte vergangener Woche nach der Festnahme von drei Männern arabischer Abstammung. Ihnen warf der Geheimdienst die Vorbereitung eines Attentates auf den Karikaturisten vor, der in der Zeitung «Jyllands-Posten» vor zwei Jahren die umstrittenen Darstellungen des Propheten Mohammed publiziert hatte.
    Lückenhafte Informationen

    Zwar zeigte sich später, dass die vom Inlandsgeheimdienst zusammengetragenen Informationen lückenhaft waren, doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Regierung bereits der Ausweisung von zwei Männern zugestimmt. Während «Jyllands-Posten» und die rechtsnationalistische Dänische Volkspartei die Festnahme zum Anlass einer erneuten Kampagne gegen die «islamistischen Terroristen» im Land nutzten, kam es in Pakistan und im Iran erneut zu antidänischen Protesten. Die Regierung in Teheran verlangte wie schon vor zwei Jahren eine Entschuldigung der dänischen Regierung, das dänische Parlament sagte eine für nächste Woche geplante Reise der aussenpolitischen Kommission in den Iran ab.

    In diesem Klima drohen nun die eigentlichen Probleme, welche durch die Secondo-Revolte deutlich geworden sind, unterzugehen: Politiker aller Couleur haben zu einem kompromisslosen Vorgehen gegen die Brandstifter aufgerufen. Zudem sollen Familien, deren Kinder sich an den Unruhen beteiligten, von Vermietern auf die Strasse gestellt werden können. Dabei wird immer mehr deutlich, dass sich die Folgen der fehlgeschlagenen Integrationspolitik und die schleichende Aushöhlung des Rechtsstaates im Nachzug zum dänischen Kriegseintritt im Irak nicht mit einer noch härteren Ausländerpolitik und zusätzlichen Befugnissen für die Polizei lösen lassen werden. Sieben Jahre nach ihrem erstmaligen Amtsantritt steht Dänemarks rechtsbürgerliche Regierung in dieser Hinsicht vor einem Scherbenhaufen.

  4. 4 FuckDeutscheSprache 18. Februar 2008 um 23:27 Uhr

    voll geil, islamisten fackeln grundschulen ab! yeah!

  5. 5 atheist 18. Februar 2008 um 23:31 Uhr

    schön wie differenziert du die sache siehst und wie du in den gängigen medienkanon einstimmst… informier dich doch zuerst bevor du hier solchen mist rauslässt. danke!

  6. 6 atheist 18. Februar 2008 um 23:36 Uhr

    Warum «brennt» Kopenhagen?

    http://www.tagblatt.ch/ 16.02.2008 – 21:20
    Eskalierende Jugendunruhen in der dänischen Hauptstadt und andern Orten

    Kopenhagen. In mehreren dänischen Städten haben Unbekannte in der Nacht auf gestern erneut Autos, Container und in einem Kopenhagener Vorort auch eine Schule angezündet.

    «Die vergangene Nacht war die gewalttätigste», sagte Polizeisprecher Flemming Steen Munch. In der fünften aufeinanderfolgenden Krawallnacht wurden in Kopenhagen sechs jugendliche Personen festgenommen, in der Nacht davor waren es bereits 17 gewesen. Die Behörden schreiben die gewaltsamen Aktionen vor allem Jugendlichen aus Zuwandererfamilien zu. Noch immer ist aber unklar, was der Grund für die Unruhen ist.

    «Wir kennen die genauen Gründe dieses Aufruhrs nicht und die festgenommenen Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren hatten wenig dazu zu sagen», sagte Polizeisprecher Munch. Als wahrscheinlichste Ursache gilt die in den vergangenen Wochen verstärkte Präsenz und Aktivität der Polizei im von Einwanderern, aber auch von der alternativen Szene geprägten Kopenhagener Stadtteil Nörrebro, in dem die Unruhen begonnen hatten. Inzwischen haben sich die Krawalle aber auch auf eine wachsende Zahl anderer Orte im Land ausgeweitet.
    Kritik an «rassistischer» Polizei

    Seitens der Polizei gibt es zu den Gründen der Krawalle bisher nur vage Auskünfte. Ein Polizeisprecher in Helsingör bezeichnete die Aktionen, bei denen etwa zwei Dutzend Autos und Müllcontainer angezündet wurden, gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau als «zweifellos geplant». Diese hätten fast im Minutentakt stattgefunden.

    Bereits am Donnerstag war in der dänischen Öffentlichkeit aber auch die Polizei kritisiert worden. Bei Kontrollen und anderen Aktionen benutzten Polizeibeamte immer wieder einen rassistischen Jargon, was die Bereitschaft zu derartigen Unruhen anscheinend erhöhe oder diese sogar ausgelöst haben könnte.
    Kein Karikaturenprotest?

    Einzelne Medien brachten die Unruhen mit den am Dienstag erfolgten Festnahmen wegen eines mutmasslichen Mordkomplotts gegen den Mohammed-Karikaturen-Zeichner Kurt Westergaard in Zusammenhang. Dafür gibt es jedoch bisher keine Anhaltspunkte. Ausserdem begannen die Unruhen bereits am Sonntag.

    Spekuliert wurde auch, ob die Krawalle etwas mit dem Streit um das ehemalige Jugendhaus im Stadtteil Nörrebro zu tun haben könnten. Dieses wurde vor einem Jahr trotz heftigen Widerstandes der alternativen Szene abgerissen. Einen Zusammenhang damit schloss der Polizeisprecher nicht aus.

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