Müllkrise in Süditalien weiterhin akut

müll

Nachdem der Müll aus den Innenstädten der süditalienischen Metropolen, allen voran Neapel, grössteteils beseitigt wurde und die Medien das Interesse an der Thematik verloren haben, könnte man meinen, das Problem sei soweit gelöst. In den Armenviertel der Vorstädte türmen sich die Müllberge allerdings nach wie vor meterhoch. Eine baldige Beseitigung des Unrates ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Der Müll der Innenstädte wird vermehrt in die Vororte abtransportiert, wo keine Touristen betroffen sind und das Ansehen des Landes nicht weiterhin tangiert wird. Zudem wollen die örtlichen Behörden und die italienische Regierung bereits vor Jahren geschlossene Verbrennungsanlagen in den Vorstädten wieder eröffnen und gar neue Mülldeponien errichten, wogegen sich erbitterter Widerstand formiert.

Einige Eindrücke aus Pianura:


3 Antworten auf “Müllkrise in Süditalien weiterhin akut”


  1. 1 rosa 10. Februar 2008 um 11:19 Uhr

    „Wogegen sich erbitterter Widerstand formiert.“

    Denen stinkts halt, im wahrsten Sinne des Wortes.

  2. 2 banlieue 24. Mai 2008 um 23:44 Uhr

    24. Mai 2008, 21:33
    Wieder Proteste gegen Mülldeponie

    In einem Vorort von Neapel haben mehrere tausend Anwohner ihre Proteste gegen die Einrichtung einer neuen Mülldeponie fortgesetzt.

    Die Teilnehmer zogen durch die Strassen und riefen lautstark «Widerstand, Widerstand». Chiaiano ist einer von zehn Standorten, an denen nach dem Willen der neuen Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi Mülldeponien entstehen sollen. Die Regierung will das Müllproblem in der Region Kampanien bekämpfen.

    Gestern abend und heute morgen ist es bei Demonstrationen in Chiaiano zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den protestierenden Anwohnern gekommen. Aus der Menge der Demonstranten wurden Abfall und Steine geworfen, die Polizei setzte Tränengas ein.

    Nach einem Bericht der Zeitung «Corriere della Sera» wurden etwa ein Dutzend Menschen verletzt, die meisten davon leicht. Ein Mann, der von einer fünf Meter hohen Mauer gestürzt sei, sei jedoch schwer verletzt.

    Drei in der Nacht zum Samstag festgenommene Demonstranten wurden von einem Gericht in Neapel unter Hausarrest gestellt. Sie müssen sich Anfang Juni vor Gericht verantworten.

    Bei der heutigen Demonstration marschierte die Enkelin des faschistischen Diktators Benito Mussolini, Alessandra Mussolini, neben örtlichen Politikern, die gegen die Mülldeponien sind.

    (cha/sda)

  3. 3 banlieue 17. Juli 2008 um 16:13 Uhr

    Berlusconi: Neapels Abfallkrise ist beendet

    Das Müllproblem in Neapel ist laut dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi gelöst.

    Er werde bei der morgigen Ministerratsitzung in Neapel das Ende des Notstands erklären, sagte Berlusconi. «Auf den Strassen der Region liegt kein Müll mehr. Das Problem wird endgültig gelöst sein, wenn die vier geplanten Kehrichtverbrennungsanlagen aktiv sein werden», betonte Italiens Premier.
    Opposition siehts anders

    Die oppositionelle Mitte-links-Allianz kritisierte die Aussagen. Die Innenstadt Neapels sei tatsächlich vom Müll befreit worden, in der Peripherie würden jedoch immer noch unendliche Misthaufen lagern.

    Auch die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung in Neapel. Aus Brüssel liess sie verlauten, dass für die EU eine langfristige Lösung mit einem korrekten Abfallmanagement und dem Bau von Verbrennungsanlagen wichtig sei. Das Verfahren gegen Italien wegen Verletzung der Umweltregelung laufe daher weiter.

    17. Juli 08

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