Neuer Plan der frz. Regierung. Das wird ja wohl was…

45’000 Jobs in Vorstädten schaffen

Die französische Regierung legt einen Plan für die Problemviertel vor. Zur Senkung der Arbeitslosigkeit sollen 20′000 neue Unternehmen in den Banlieus angesiedelt werden.

Mit der Schaffung von 45.000 Arbeitsplätzen will die französische Regierung die Krise in den Vorstädten beilegen. Nach monatelangen Vorbereitungen präsentierte Staatssekretärin Fadela Amara heute im berüchtigten Vorort Vaulx-en-Velin in Lyon die Grundlinien für einen «Plan Banlieues». Wichtigstes Ziel ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden drei Jahren. Sie liegt in vielen Trabantenstädten bei rund 40 Prozent.

Ihr Plan, dessen Einzelheiten Staatspräsident Nicolas Sarkozy Anfang Februar vorstellen wird, hat drei Schwerpunkte: Neben Beschäftigungs- und Bildungsprogrammen sollen die Diskriminierung bekämpft und die Vorstädte besser an das Verkehrsnetz angeschlossen werden. In den Wohngebieten aus den 60er und 70er Jahren, in denen es immer wieder zu Krawallen kommt, leben viele Einwandererfamilien aus afrikanischen und arabischen Staaten. Von den S-Bahn- und Metrolinien der Grossstädte sind sie meist abgeschnitten.
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Zur Schaffung der Arbeitsplätze will Staatssekretärin Amara in den kommenden fünf Jahren 20.000 neue Unternehmen ansiedeln. Die Finanzierung ihres Konzeptes ist indes noch nicht geklärt. Sie habe aber Vertrauen in die Entschlossenheit Sarkozys, den Wandel in den Vorstädten herbeizuführen, sagte Amara: «Wir treffen hier auf ein Frankreich, das sehr arm ist und den Staat an seiner Seite braucht.»
Bisher alle gescheitert

Eine Entschärfung der Krise ist eine der Mammutaufgaben des Präsidenten. Etliche Vorgängerregierungen waren mit dem Vorhaben gescheitert. Die Spannungen eskalierten zuletzt Ende November, als Jugendliche in drei Krawallnächten in Villiers-le-Bel nördlich von Paris mit Schrotflinten auf Polizisten schossen.

Bei vielen Jugendlichen in den Vorstädten ist Sarkozy verhasst, weil er als Innenminister Jugendbanden als «Gesindel» bezeichnete, dessen man sich mit dem Kärcher (Hochdruckreiniger) entledigen müsse. Doch der Staatschef will das Feld seiner Staatssekretärin nicht überlassen: Am 8. Februar wird er selbst die Einzelheiten des «Plan Banlieues» vorstellen.

Schon am Montagabend stahl er Amara die Schau, als er unangekündigt die Trabantenstadt Sartrouville vor Paris besuchte und den Jugendlichen dort bessere Berufschancen in Aussicht stellte – «wenn sie bereit sind, früh aufzustehen», wie er hinzufügte. Im Wahlkampf und seit seiner Amtseinführung im Mai hatte Sarkozy die Problemviertel gemieden.

(cbn/ap)